Mittwoch Abend

Meditation

„Für alle Wesen will ich

unbegrenzte Liebe,

Mitgefühl,

Mitfreude

und Gleichmut entfalten,

im Wissen um das Streben aller Lebewesen nach Glück.“

Traditioneller Zentext


An jedem Mittwochabend findet

von 19.00 bis 20.15 Uhr - außer in den Schulferien -

im Senfkorn, Kirchplatz 3, 45964 Gladbeck

Meditation im Stil des Zen statt. 

Geübte wie auch Nichtgeübte sind jederzeit herzlich willkommen.

Wir beginnen mit einem kurzen Text und sitzen danach 25 Minuten in der Stille. Nach einem Kinhin (Gehmeditation) von 5 Minuten sitzen wir ein zweites Mal 25 Minuten in der Stille, um danach wiederum mit dem Text zu schließen.

Der Kostenbeitrag beträgt pro Abend 5,- €.

Um die positive Kraft der Meditation zu erfahren und sie dauerhaft in den Alltag einzubinden, ist eine regelmäßige Teilnahme empfehlenswert.

Selbstverständlich sind aber auch alle diejenigen willkommen, die nur unregelmäßig teilnehmen können.


Meditationsleiterin: Elisabeth Labas

Was ist das: Meditation im Stil des Zen?

Meditation Die einfachste Regel der Zen-Meditation lautet: "Kratze dich nicht und lade deine Gedanken nicht zu dir ein." Das heißt übersetzt, dass wir sitzen, ohne uns zu bewegen, ohne uns beeinflussen zu lassen von körperlichen Impulsen. So zu sitzen "wie der große Berg Fuji", der unbeweglich bleibt, egal ob es stürmt oder schneit, ob die Sonne scheint oder es regnet - das hat positive Auswirkungen auf unser inneres Erleben, auf die ständig hin und herschweifenden Gedanken, auf die immer wieder aufwallenden Emotionen.

 

"Wenn das Herz sich als erregt erweist, als spöttisch, stolz, überheblich, anklagend, gehässig, arglistig, lobhungrig, verächtlich, grob, zänkisch, dann gilt es unbeweglich zu verharren wie ein Holzklotz." Shantideva
 Zur Zen-Meditation bin ich 2005 in der Zeit meiner Ausbildung zur Trauer- und Sterbebegleiter-Ausbildung bei T.A.B.U. gekommen, allerdings hatte ich schon 2001 in der Habichtswaldklinik/Kassel unterschiedliche Formen von Meditation/Kontemplation kennen gelernt.

 

Seit 2005 meditiere ich in der Gruppe "Leben aus der Mitte" in Essen-Werden, war Schülerin von P. Johannes Kopp und bin es zur Zeit von P. Paul Rheinbay. Meine Wurzeln liegen also in der Zen-Kontemplation, die u.a. vonP. Hugo Makibi Enomiya Lassalle SJ, Johannes Kopp SAC (Ho-un-Ken Roshi) und Willigis Jäger OSB (Ko-un Roshi) - allesamt Schüler von Yamada Kôun Roshi (Sanbo-Kyodan-Zenschule in Kamakura/Japan) - in Deutschland etabliert wurde.

 

Auch Karlfried Graf Dürckheim ging einen ähnlichen Weg. Das große Verdienst dieser Männer war und ist es, den rational-logisch geprägten Menschen des Westens das Geschenk des Zen nahezubringen, ein Geschenk, das diejenige würdigen können, die sich allen Ernstes auf den Weg zu sich selbst gemacht haben.

 

Nur im Loslassen unserer Gedanken, unserer Konzepte, Ideen und (Vor-)Urteile gelangen wir in die Tiefe unseres wahren Wesens. Und nur aus unserem wahren Wesen, aus unserer göttlichen Natur heraus, können wir die Mitmenschen, alle Wesen, ja das ganze Universum würdigen und achten.

 

Yamada Roshi hat sich auf mehrmals zum Verhältnis von Zen und Christentum geäußert, und da auch ich des Öfteren danach gefragt werde, hier ein bekanntes Zitat von ihm: "Ich werde oft von Christen gefragt, besonders von Katholiken, ob sie Zen praktizieren und dennoch ihren christlichen Glauben bewahren können. Auf diese Frage antworte ich gewöhnlich, dass Zen keine Religion ist im gleichen Sinn, in dem Christentum eine Religion ist. Deshalb gibt es keinen Grund, warum Christentum und Zazen nicht koexistieren können. Das äußere Kleid ist von verschiedener Form und Farbe, aber was darunter ist, das Herz, bleibt das gleiche. Und dieses Herz, diese Erfahrung, ist nicht geschmückt mit irgendwelchen Gedanken oder Philosophien. Sie ist ein reines Faktum, ein erfahrenes Faktum, gleicherweise wie das Schmecken des Tees ein Faktum ist. Eine Tasse Tee hat keinen Gedanken, keine Ideen, keine Philosophie. Sie schmeckt für Buddhisten und für Christen gleich. Da gib es nicht den geringsten Unterschied."

 

Die Meditation, die ich anleite, richtet sich grundsätzlich nach den Regeln des Zazen (Nur-Sitzen), deshalb wähle ich den Kunst-Begriff "Meditation im Stil des Zen"; d.h. wir sitzen zwei 25 Minuten lang zur Wand hin gerichtet. Entsprechend dem körperlichem Vermögen der TeilnehmerInnen stehen Meditationsbänkchen, Kissen, Hocker und Stühle zur Verfügung. Zwischen den Zeiten des Zazen gehen wir im Kinhin (Gehmeditation).

 

Zu Beginn und am Ende trage ich einen Text vor. Diese Texte entnehme ich der mystischen Literatur der Weltreligionen sowie der Zenliteratur. Den Zuhörern und mir wird dabei immer wieder deutlich, wie sehr sich die Worte aller Menschen, die tiefgreifende Erfahrungen gemacht haben, gleichen. Unser Geist, unser ganzes Wesen, wird immer wieder hin und her gezogen von den Ein- und Auswirkungen des Alltags, so wie das Meer an der Oberfläche durch den Wind zu mehr oder weniger hohen Wellen aufgetürmt wird. Je tiefer wir uns jedoch - bildlich gesprochen - sinken lassen, je weiter wir uns von der Unruhe des Alltags entfernen, desto ruhiger wird es in uns. Und so sind die Erfahrungen aller Menschen - egal aus welchem Kulturkreis sie stammen, in welcher Religion sie ihre Wurzeln haben - am Ende, in der Tiefe, dieselben.

 

Noch ein Wort zu "Risiken und Nebenwirkungen": Wenn Sie sich ernsthaft auf den Zen-Weg machen, sollten Sie bedenken, dass sich mit dem Nachlassen der all-täglichen Gedanken Dinge aus der Tiefe der Seele bemerkbar machen können. So kann es sein, dass es für Sie - je nach Ihrer Vorgeschichte - angeraten sein kann, auf die Dauer professionelle therapeutische Hilfe oder zumindest eine Wegbegleitung in Anspruch zu nehmen. Falls Sie schon eine gut fundierte Therapie hinter sich haben, haben Sie sicher Hilfen an der Hand, mit dem umzugehen, was da aus der Seele aufsteigt. In diesem Fall werden Sie die Zen-Meditation als eine große Unterstützung in der fortlaufenden Bewältigung Ihrer Lebens-Wunde erfahren. Kontraindiziert ist die Zen-Meditation in jedem Fall bei Psychosen, z.B. der bipolaren Störung oder der Schizophrenie. Falls Sie nicht sicher sind, ob die Zen-Meditation für Sie das Richtige ist, suchen Sie bitte zuvor das Gespräch mit mir.